Kalendarium - Wensenbalken-Archiv

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Kalendarium

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KALENDARIUM DER SIEDLUNG WENSENBALKEN lN HAMBURG

VOLKSDORF 1923 - 2013



                     



Wensenbalken hieß von1588 bis 1602 Deenscher Balken,

1761 bis 1800 Wenschenbalken,

1755 : Wendischer Balken: Auch : Wens — venn — fenn — feen = Sumpf, Bezeichnung , die sich auf den Brunsbeksumpf im Norden bezieht. (Nach H.Reich u.W.Brüchmann)



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17. März 1923 : Die ersten Häuser der „Kriegerheimstätten-Siedlung Wensenbalken" am Grasweg / Ohlendorffs Tannen werden bezogen. Die Baupläne stammen von F.Schumacher (1918) und den Architekten Distel & Grubitz (ab 1921).

1923 -1930 : Von den geplanten 200 Heimstätten werden in dieser Zeit 109 / 111 fertig¬gestellt. Die Siedlung bleibt ein Torso.

1924 : Die ersten Siedler gründen die „Vereinigung der Hausbesitzer von Volksdorf-Wensenbalken e.V.", um ihren Forderungen gegenüber der Kriegerheimstätten-Gesellschaft GmbH (Geschäftsführer R.Wiesener) Nachdruck zu verleihen.

1. April 1926 : Die Freiwillige Feuerwehr Wensenbalken wird gegründet. Im Krieg nehmen Frauen die anstehenden Aufgaben wahr.

1927 : Die 100. Heimstätte wird gebaut. Bis 1930 folgen lediglich 9 bzw. 11 weitere.

1927 : Die Siedler richten das 1. Kinderfest im Wensenbalken aus, eine Tradition, die —unterbrochen durch den 2.Weltkrieg - bis wenigstens 1969 fortgesetzt wird. Der 1. Schützenkönig wird Ernst Ascan Klee-Gobert (gefallen 1944), der älteste Sohn von A.Klee-Gobert, Hamburger Kultursenator 1946 und Vater des Schauspielers und Thalia-Intendanten Boy Gobert.

9. Dezember 1927 : Unter Leitung von Frau M. Brunckhorst wird der Frauensingkreis „Die Nachtigallen" gegründet, der 1972 sein 45. Jubiläum feiert.

18. Juli 1928 : Der Tennisverein Volksdorf-Wensenbalken (TVW) wird gegründet. 1948 erfolgt sein Wiederaufbau. Der Spielbetrieb wird 2013 eingestellt, da der Platz bebaut wird.

1928 : Die Siedlung Wensenbalken wird an das Hamburger Telefonnetz angeschlossen

1930 : Mit Hilfe der Walddörfer-Kleinbahn (1904-1961) werden die gefällten Tannen an der Strasse Grasweg / Ohlendorffs Tannen abtransportiert. Die Kleinbahn hielt an der heutigen Brücke Ende Ohlendorffs Tannen und brachte in den 20er Jahren die Siedler nach Volksdorf, wo sie in die U-Bahn umsteigen konnten, wenn sie in die Stadt wollten. Bis 1961 verkehrte die Kleinbahn nur noch zu besonderen Anlässen.

6. April 1932 : Die Kriegerheimstätten-Gesellschaft verliert auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten den Status der Gemeinnützigkeit und somit das Recht, RHS auszugeben, welches nunmehr von der Hamburger Beleihkasse für Hypotheken wahrgenommen wird.

19. August 1934 : Beim Plebeszit zum „Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches", das A.Hitler nach Paul v. Hindenburgs Tod als Reichskanzler bestätigen soll, stimmen in der Siedlung Wensenbalken die Anwohner mit „Ja" bei 2 Gegenstimmen. Als Wahlstelle dient das Pumpenhaus auf dem Tennisplatz.

1939 : Die Kriegerheimstätten-Gesellschaft wird aus dem Handelsregister gestrichen. Oktober 1939: 1. Brief aus Wensenbalken der Zelle 01 der NSDAP / Og.Volksdorf.

Juli 1944 : Nach dem „Reichsleistungsgesetz ausgebombter Hamburger" werden auf dem Gelände im westlichen Teil der Strasse Steinreye 7 Ley-Häuser gebaut, die dort noch bis wenigstens 1971 stehen.


Herbst 1944 : 2.Brief aus Wensenbalken der Zelle 01 der NSDAP / Og.Volksdorf

1939-1945 : Alle Häuser der Siedlung bleiben unbeschädigt. Die alliierten Bomber benutzen die Dächer der Heimstätten als Orientierung für Ziele in Innenstadt und Hafen. Fast jede Wensenbalkener Familie hat nach Kriegsende einen oder mehrere gefallene Angehörige zu beklagen. Die Gedenktafel im Walddörfer Gymnasium — eingeweiht am 2.9.1955 — zählt allein 13 ehemalige Wensenbalkener Schüler auf.

Mai 1945 : Einheiten der britischen Cold Stream Guards marschieren über den Volksdorfer Grenzweg durch die Siedlung Wensenbalken. Wenig vorher kann sinnloser Widerstand einer Gruppe des Volkssturms auf der anderen Seite der U-Bahntrasse / Heinrich v.Ohlendorffstr. durch beherzte Mitbürger verhindert werden.

1945 — ca 1955 : Viele Ausgebombte und Flüchtlinge werden in den Häusern der Siedlung untergebracht, so daß teilweise 10 —15 Personen in einer RHS zusammengedrängt leben, bis die WALDDÖRFER GENOSSENSCHAFT ihre Siedlung auf der Bergstedter Seite des Volksdorfer Grenzweges errichtet und somit neuen Wohnraum schafft.

Juni 1957 : 1. Ausgabe der WENSENBALKEN MITTEILUNGEN, dem
Informationsblatt der Siedlung. Letztes dokumentiertes Erscheinen ist die Nummer 31 im
August 1969.

1958 : Die „Vereinigung der Hausbesitzer von Volksdorf- Wensenbalken" firmiert um in „Siedlungsgemeinschaft Wensenbalken in Hamburg-Volksdorf" (Vorsitzender Dr.F.Bloetz), die unregelmäßig die WENSENBALKEN MITTEILUNGEN herausgibt.

13 .November 1960 : Einweihung des Ehrenmals für die gefallenen Angehörigen der Siedlung Wensenbalken in der Vorhalle des Waldfriedhofs Volksdorf.

1968 : Das Feinkostgeschäft Olczyk im Kaufhaus der Siedlung (seit 1928) gegenüber der Strasse Böge schließt dort als letztes Geschäft. Lediglich der Bäcker Wobst und der Schlachter Misselwitz bleiben noch einige Zeit erhalten.

17. Juni 1993 : Der Bundestag hebt die Reichsheimstättengesetze, die bisher auch für die Siedlung Wensenbalken bindend waren, vollständig auf.
1994 / 95 : Auf dem seit längerer Zeit brachliegenden Gelände, belegen im westlichen Teil der Straße Steinreye, werden Einzelhäuser und eine Kindertagesstätte gebaut.

12.Oktober 1993 : 1. Treffen der Alt-Wensenbalkener in der Gaststätte „Waldherrenhof"

Oktober 1998 : 2. Treffen der Alt-Wensenbalkener

8. September 2012 : Öffentliche Filmvorführung durch die „Filmfreunde Wensenbalken" (FFW) auf dem Lottbeker Platz.

24. August 2013 :
1. Lottbeker Platzkonzert

September 2015 : Das Buch "WENSENBALKEN - auf der Suche nach einer kleinen Siedlung" von Jens Koegel erscheint, gefördert durch Mittel des Bezirksamtes Wandsbek. Die Dokumentation stützt sich auf Materalien des "Wensenbalken-Archivs".



 
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